Archive for the ‘Presse’ Category

27.03.2012, Press A.B.: Eine Frage des sozialen Friedens

Dienstag, April 3rd, 2012

Artkiel von hier

De­litzsch – Eine Stadt vor der ei­gent­lich sel­ten die Rede ist. Je­doch am 18.​03. kam es zu einem „schwe­ren Über­griff von Neo­na­zis auf Be­su­che­rIn­nen eines Ska-​Kon­zer­tes“, so in einem Auf­ruf zu einer De­mons­tra­ti­on „Na­zi­ter­ror ent­ge­gen­tre­ten“ am ver­gan­ge­nen Sonn­tag. Der Ober­bür­ger­meis­ter steht dem „Ge­sche­hen vom ver­gan­ge­nen Wo­chen­en­de mit Ent­set­zen ge­gen­über“ und wehrt sich gegen das brau­ne Image sei­ner Stadt.

Eine Schar glatz­köp­fi­ger Män­ner steht hin­ter einem Trans­pa­rent mit der Auf­schrift „Skin­heads Leip­zig“. Über­all am Bahn­hof ste­hen Po­li­zei­be­am­te. Eine Neo­na­zi-​De­mons­tra­ti­on könn­ten viele jetzt den­ken. Weit ge­fehlt. Der An­lass ist ein Über­griff auf Be­su­cher_in­nen im An­schluss eines Ska-​Kon­zer­tes. „Bei der kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung wurde ein tsche­chi­scher Staats­bür­ger(33) mas­siv am Kopf schwer ver­letzt. Eine wei­te­re Teil­neh­me­rin (30) aus De­litzsch er­hielt einen Schlag gegen den Kopf.“, so die Mel­dung der Op­fer­be­ra­tung zur Un­ter­stüt­zung für Be­trof­fe­ne rechts­mo­ti­vier­ter und ras­sis­ti­scher Ge­walt. Auf der De­mons­tra­ti­on wurde immer wie­der Sorge ge­äu­ßert, dass der tsche­chi­sche Staats­bür­ger wahr­schein­lich auf dem rech­ten Auge er­blin­den werde.

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01.04.2012, Blog: Nochmal Delitzsch

Dienstag, April 3rd, 2012

In der nordsächsischen Stadt Delitzsch hat der Naziübergriff vom 18.3. einiges ausgelöst. Auf Abwehrreflexe und Opfer-Täter-Verdrehung von Seiten der offiziellen Stadtpolitik folgte so massive Kritik, dass diese sich eifrig im Zurückrudern übt. An dieser Stelle seien ein Radiobeitrag, Presseartikel, der Redebeitrag der Ska-Band “Tornados” und Bilder der antifaschistischen Demonstration am 25.3.12 dokumentiert. Die weiteren Entwicklungen vor Ort werden aufmerksam beobachtet.

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31.03.2012, Radio Blau: Delitzsch in Nordsachsen – Anwärterin für den „Deuse des Jahres“

Dienstag, April 3rd, 2012

In Sachsen gleichen sich die Reaktionen von politisch Verantwortlichen auf Naziübergriffe und rechte Hegemonie immer wieder: Abwehrreflexe, Bagatellisierung, Entpolitisierung von Gewalt, Verdrehung von Opfer- und Täterrolle oder die Extremismuskeule. Maßstäbe dafür hat der Mügelner Bürgermeister Gotthard Deuse gesetzt: eine regelrechte Hetzjagd auf MigrantInnen während des Stadtfestes 2007 wurde von ihm bagatellisiert. Mit viel größerer Wehr verwahrte er sich gegen die Denunzierung seiner Stadt. Inzwischen gibt es einen neuen Anwärter für den nicht dotierten Preis: den Oberbürgermeister der nordsächsischen Stadt Delitzsch, Dr. Manfred Wilde.  (mehr …)

30.03.2012, Useless: Skanking with Nazis? Interview mit Veranstalter aus Delitzsch

Dienstag, April 3rd, 2012

Letzte Woche machte uns RADIO CORAX auf eine besonders heftige Schlagzeile aufmerksam. Nach einem Überfall von Neonazis auf Besucher eines Ska-Konzertes in Delitzsch forderte die Stadtverwaltung/Bürgermeister/Polizei den Veranstalter dazu auf, keine weiteren Konzerte unter dem Motto „No Skanking with Nazis“ zu machen und auch Nazis den Zugang zu seinen Konzerten zu gewähren…

Unfassbar klingt nicht nur die Pressemitteilung, sondern auch das, was Veranstalter Toni vom Gespräch mit der Stadtverwaltung zu berichten hatte.

Wir sprachen ein paar Tage später mit ihm über die Lage in Delitzsch und über die Zukunft seiner Konzerte…

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26.03.2012, Mephisto: Opfer werden zu Tätern erklärt

Dienstag, April 3rd, 2012

Skandal in Delitzsch? Die Stadt soll dem Opfer eines Angriffs die Schuld an dem Vorfall gegeben haben.

Ein Kommentar von Elisabeth von Yorck.

Rechtsextremismus, Neonazis, Angriffe auf Antifaschisten – Worte, die derzeit in den Medien sehr präsent sind. Gerade in Sachsen sind die NPD und ihre Anhänger oft Thema. Gewalt gegen Linke keine Seltenheit. Weggeschaut oder dementiert wird trotzdem. So zum Beispiel scheinbar in Delitzsch.

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24.3.2012, Publikative.org: Kein Konzert mehr ohne Nazis?

Dienstag, April 3rd, 2012

Bei einem Überfall auf mehrere Konzertbesucher sowie -veranstalter in Delitzsch (Sachsen) in der Nacht vom 17. auf den 18. März sind mehrere Personen teils schwer verletzt worden. Ein junger Mann aus Tschechien könnte sogar teilweise sein Augenlicht verlieren, er liegt noch immer im Krankenhaus. Die Stadt zieht offenbar ihre ganz eigenen Schlüsse aus dem rechtsextremen Überfall: Konzerte, zu denen Neonazis nicht kommen dürfen, solle es nicht mehr geben. Die Stadt weist die Darstellung zurück.

Radio Corax schreibt in einer Pressemitteilung, die Aufarbeitung des Überfalls seitens der Stadtverwaltung sei skandalös. So sei der Veranstalter des Ska-Konzertes in die Stadtverwaltung geladen worden, dort hätten ihm Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei sowie der Bürgermeister und der Oberbürgermeister der Stadt Delitzsch eröffnet, dass er zukünftig keine Konzerte mehr in der Stadt veranstalten solle, bei denen Neonazis ausgeschlossen würden.

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Junge Welt 28.03.2012: Party nur mit Neonazis

Mittwoch, März 28th, 2012

Stadt Delitzsch sieht durch Konzertverbot für Rechte den öffentlichen Frieden gefährdet. Tscheche könnte nach Überfall Augenlicht verlieren

Von Kerem Schamberger

Es sollte ein Konzert zum zwölfjährigen Bestehen des Jugendzentrums YOZ der Stadt Delitzsch in Sachsen werden, als am frühen Morgen des 18. März der Veranstalter und Gäste des Konzerts von Neonazis überfallen und verprügelt wurden. Mehrere Personen wurden schwer verletzt, unter anderem ein junger Mann aus Tschechien. Dieser mußte bisher dreimal im Leipziger Krankenhaus operiert werden, es besteht die Gefahr, daß er auf einem Auge erblindet. Warum die Neonazis das Ska-Konzert überfielen, ist nicht bekannt. Vermutlich störten sie sich an der antifaschistischen Ausrichtung. So stand auf dem Werbeflyer ausdrücklich, daß mit Neonazis nicht getanzt werde. Am vergangenen Donnerstag kam es zu einem Gespräch der Stadtverwaltung mit dem Veranstalter. Dort eröffneten ihm Vertreter des Ordnungsamtes, der Polizei sowie der Delitzscher Bürgermeister, daß es zukünftig keine Konzerte mehr in der Stadt geben solle, bei denen Rechte ausgeschlossen werden. Laut Kommune seien diese durch die Intoleranz des Veranstalters provoziert worden. Dies berichtete das in Halle ansässige Radio Corax, das mit dem Organisator in engem Kontakt steht. Die Stadtvertreter behaupteten weiter, der Veranstalter trüge die eigentliche Verantwortung für den Überfall. Er stelle durch sein Bekenntnis, daß Neofaschisten auf seinen Konzerten unerwünscht seien, eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und des sozialen Friedens in der Stadt dar, so das Radio. Für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen waren Vertreter des 26000-Einwohner-Ortes nicht zu erreichen. (mehr …)

LVZ Print, Delitzsch 28.03.2012: Friedliche Demonstration – Spannungen bleiben

Mittwoch, März 28th, 2012

Rathaus sieht im Sonntags-Aufmarsch Signale gegen Rechtsextremismus / 70 Leute aus Delitzsch sollen dabei gewesen sein

Delitzsch. Die Eindrücke, die die Beteiligten von der Demonstration am Sonntagnachmittag auf Delitzschs Straßen mitnahmen, sind noch frisch. Die Erkenntnis, dass die Veranstaltung nahezu ohne nennenswerte Ausschreitungen ablief, eint derzeit Veranstalterin Juliane Nagel, Polizei und Ordnungsbehörden. Dennoch gab es unterschiedliche Wahrnehmungen im Umfeld des Marsches. Was als Reaktion auf einen Überfall auf Ska-Konzert-Besucher im Delitzscher Jugendhaus Yoz deklariert war, entwickelte sich zum „Gegen-Rechts“-Protest. Vermeintliche Vorwürfe der Stadtverwaltung, die Veranstalter hätten die Situation selbst herbeigeführt, wurden aus dem Rathaus erneut dementiert. (mehr …)

LVZ Print, Delitzsch 26.03.2012:Drei Stunden Ausnahmezustand

Mittwoch, März 28th, 2012

Demo gegen Rechts zieht durch die Stadt

Delitzsch. Ein Großaufgebot der Polizei in der Stadt, davon zum Teil völlig überraschte Delitzscher, lautstarke verbale Auseinandersetzungen. Das Antifaschistische Netzwerk Leipziger Land hatte gestern Nachmittag zur Demo in Delitzsch geladen. Hintergrund: Der rechte Überfall auf eine Gruppe von Konzertbesuchern in der Nacht zum 18. März (wir berichteten), zu dem inzwischen der Staatsschutz ermittelt. Schon im Vorfeld der Demo und immer wieder während sie durch die Loberstadt zog, wurden Vorwürfe laut, die Delitzscher Stadtverwaltung mache die Opfer zu Tätern.

Von Christine Jacob

„Unwahr“, wehrt sich die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme. Man verwahre sich gegen jede Form extremistischer Gewalt, insbesondere aus dem rechten Spektrum. „Delitzsch ist keine Stadt, die Anhängern aus der rechten Szene eine Plattform bietet. Wir sind bunt und möchten dies auch bleiben“, so Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) in dem Rathaus-Statement. Er und weitere Stadtvertreter beobachteten gestern die Demo.
Ab 13 Uhr versammeln sich immer mehr Teilnehmer am Unteren Bahnhof. „Es sind fast nur externe Teilnehmer, kaum jemand von hier, sondern die Leipziger“, bedauert Landtagsabgeordneter Thomas Kind (Die Linke) angesichts der rund 250 Menschen. Zu spät hätte man hier vor Ort davon erfahren, keine Chance gehabt, auch ein „Gesicht zeigen“ der Delitzscher zu organisieren. Nach kurzer Kundgebung am Unteren Bahnhof, man demonstriere „für die Menschen hier“ setzt sich der Zug kurz nach 14 Uhr in Bewegung. Erstes Stocken wenig später: Verbal prallen Linke und Rechte, die wenige hundert Meter weiter in der Eilenburger Straße stehen, zum ersten Mal an diesem Nachmittag aufeinander. Die mahnenden Worte kommen wie mehrfach in diesen drei Stunden Demo aus dem Wagen der Demo-Organisatoren: „Lasst Euch nicht provozieren!“
Langsam geht es weiter über die rund drei Kilometer lange Strecke. Am Nordplatz, wenige Meter weiter fand der Überfall statt, gegen 15.15 Uhr eine weitere Kundgebung: Von einem schweren Imageschaden für die Stadt ist die Rede. Die lokalen Politiker würden sich lieber nach trügerischer Ruhe sehnen, als sich gegen rechte Gewalt zu stellen.
Weiter zieht der Tross die Bitterfelder Straße stadteinwärts – erreicht gegen 16 Uhr den Roßplatz, an der Wallgrabenbrücke hat sich eine Gruppe Rechter versammelt. Der verbale Schlagabtausch scheint kurz vor dem Kippen in einen körperlichen, als ein Demonstrant sich in Richtung der rechten Gruppe aufmacht. Die Polizei, alle Einsatzkräfte haben inzwischen ihre Helme aufgesetzt, bekommt die Situation allerdings schnell wieder in den Griff, kontrolliert sämtliche Nebenstraßen entlang der weiteren Route noch genauer. In der Bismarckstraße herrscht so Ruhe, bevor die Situation sich am Unteren Bahnhof, Ausgangs- und Endpunkt der Demo, wieder verschärft. Die Polizei, tönt es aus den Lautsprechern der Demo-Organisation, soll den Konzertveranstalter mitgenommen haben. Ordnungshüter und Demonstranten prallen nun auch körperlich aufeinander. Erst als der Mann wieder aus dem Polizeiauto klettert, kehrt Ruhe ein. Um 17 Uhr ist die Demo offiziell beendet.

 

LVZ Print, Delitzsch 26.03.2012:Demo-Sonntag in Delitzsch

Mittwoch, März 28th, 2012

Hunderte Einsatzkräfte sichern Antifa-Umzug ab

Delitzsch. Das Antifaschistische Netzwerk Leipziger Land hat gestern von 14 bis 17 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Dem Naziterror entgegentreten – Demonstration in Reaktion auf den Naziübergriff am 17./18. März“ in der Stadt Delitzsch durchgeführt. Um es vorweg zu nehmen, es blieb friedlich. Ungefähr 250 Teilnehmer marschierten durch die Stadt. Eine Hundertschaft der Bundespolizei und Kräfte der Polizeidirektion Westsachsen sicherten den Umzug ab.

Von Frank Pfütze

Obwohl es immer wieder zu Provokationen und verbalen Auseinandersetzungen mit Nazis kam, die an der Strecke auftauchten, blieb es relativ friedlich in der Stadt. Der Protestzug wurde auch von einem mit Lautsprechern bestückten Kleintransporter begleitet. Der Sprecher wirkte immer wieder beruhigend auf die Teilnehmer ein: „Bleibt im Zug, lasst euch nicht provozieren, das wäre dumm vor den Augen der Polizei. Sagt dem Pack lautstark, was ihr von ihm haltet …“ Mitarbeiter der Ordnungsämter der Stadt Delitzsch und des Landratsamtes begleiteten den Umzug ebenfalls.

Bereits am Mittag hatte der Einsatzstab im Polizeirevier die erste Lagebesprechung vorbereitet. Über die Straßen der Stadt rollten Einsatzwagen und Funkstreifenwagen der Polizei. Einsatzleiter Andreas Starke, Erster Polizei-Hauptkommissar der Polizeidirektion Westsachsen, informierte gegen 13 Uhr die Spitzen aus dem Delitzscher Rathaus und dem Landratsamt Nordsachsen über den Stand der Dinge. „Wir haben heute Vormittag 40 Personen der rechten Szene in der Stadt festgestellt und ihnen einen Platz zugewiesen. Ich werde keine Veranstaltung von ihnen zulassen“, so der Einsatzleiter. Unter den Nazis, die mit hochwertiger Videotechnik ausgerüstet waren, befanden sich auch die NPD-Stadträte Kai Rzehaczek (Eilenburg) und Maik Scheffler (Delitzsch), die gegenüber der Polizei spontan eine Gegen-Demo ankündigten. Die ist jedoch untersagt worden.
110 Demonstranten der linken Szene Leipzig rollten kurz vor 14 Uhr mit dem Zug in Richtung Delitzsch. Ein Großteil der Einsatzkräfte kümmerte sich um die Rechten. Aus den 200 angekündigten Teilnehmern wurden am Ende ungefähr 250. Und die sammelten sich auf dem Parkplatz am Unteren Bahnhof (ehemals Bushaltestelle) und hielten eine Auftaktkundgebung ab. Der Stadt Delitzsch wurde ein „Naziproblem“ nachgesagt. Der Umzug zog danach durch die Eisenbahnstraße, Dübener Straße, Karl-Marx-Straße, Nordplatz, Bitterfelder Straße, Kohlstraße, Bismarckstraße und zurück zum Bahnhof. Am Nordplatz erfolgte eine Zwischenkundgebung. Gegen 17 Uhr war der Aktionstag beendet und der Einsatzleiter zufrieden. „Aus meiner Sicht ist der Einsatz sehr konstruktiv verlaufen. Die Auflagen wurden von den Demonstranten eingehalten. Es gab über die gesamte Zeit hinweg keine nennenswerten Probleme. Ich kann darum von einem ausgesprochen friedlichen Verlauf sprechen“, sagte Andreas Starke. © Standpunkt/Seite 19
@Weitere Fotos von der Demonstration in Delitzsch gibt es unter: www.lvz-online.de/ delitzsch