Schwerverletztes Opfer des Überfalls am Montag am Auge operiert

Ermittlungen nach Prügelattacke im Anschluss an Ska-Konzert dauern an / Veranstalter lobt schnelle Reaktion der Polizei

Delitzsch (red). Ob Ärzte sein Augenlicht retten können, ist auch nach der am Montag in einer Leipziger Spezialklinik erfolgten Operation nicht sicher. Der Tscheche gehörte zu den Besuchern eines Ska-Konzerts im Jugendclub Yoz in Delitzsch, die am Sonntagmorgen Opfer eines brutalen Überfalls wurden (wir berichteten). Der Mittdreißiger wurde am schwersten verletzt, eine Frau erlitt durch einen Schlag gegen den Kopf leichte Verletzungen. Wie es hieß, haben die Verletzten Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

„Ich weiß, dass der Angriff mir galt, es war nicht das erste Mal“, sagte gestern der Veranstalters des Konzerts (Name ist der Redaktion bekannt) der Kreiszeitung. Umso mehr zeigte er sich betroffen, dass „im Prinzip Unbeteiligte“ attackiert wurden. Bei der verletzten Frau handelt es sich um seine Partnerin. „Damit wurde deutlich eine Grenze überschritten, das kann ich nicht akzeptieren“, sagte er weiter und will nun in die Offensive gehen. Die acht Personen, denen in der Mittelstraße aufgelauert wurde, konnten der Polizei genaue Personenbeschreibungen, teils auch Namen mitgeben. „Wir hoffen damit die Ermittlungen zu beschleunigen“, so der Konzertveranstalter. Er lobte ausdrücklich die Polizeibeamten und den Rettungsdienst, die nur wenige Minuten, nachdem der Hilferufe abgesetzt wurde, eintrafen. „Man hat sich sehr umsichtig um uns gekümmert, die Ermittlungen sofort aufgenommen.“ Gute acht Stunden hätten die Betroffenen auf dem Revier zugebracht, um ihre umfangreichen Aussagen zu machen. „Die Beamten bewiesen viel Geduld mit uns, schließlich haben wir das Jugendhaus nicht ganz nüchtern verlassen“, räumte der Delitzscher Konzertveranstalter ein. Er habe sehr wohlwollend mitbekommen, dass die Polizei sehr akribisch Beweise am Tatort gesichert habe. „Leider habe ich auch schon andere Erfahrungen gemacht.“

Der 27-jährige Delitzscher hoffe nun nach dem Vorfall, dass „auch die Stadtverwaltung genauer hin- und nicht wegschaut“. „Wir sind gesprächsbereit.“ Während der Veranstaltung, zu der um die 200 Leute kamen, habe es weder im Inneren noch im Umfeld des Jugendhauses Auseinandersetzungen oder Provokationen irgendwelcher Art gegeben. Der Veranstalter sprach von einer friedlichen, ausgelassenen Stimmung, „alle haben Spaß gehabt, schließlich war es die Geburtstagsparty des Yoz“.